Eine Serie zu den Themen
- Unser pädagogischer Auftrag – angelehnt an den Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan
- Wo findet Sprache statt?
- Mehrsprachigkeit / Deutsch als Zweitsprache – Deutschförderung in unserer Kita
- Sprachvorbilder – die Rolle und Aufgaben der Erwachsenen
- Einblicke / Methodenvielfalt in unserer Kita

Unser pädagogischer Auftrag – angelehnt an den Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan (BayBEP)
Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan beschreibt Sprache als eine „Schlüssselkompetenz“ für Bildung und soziale Teilhabe“. Somit ist Sprache als Schlüssel zur Welt zu verstehen und daher wichtig für die Bildung und erfolgreiche schulische Laufbahn, des Kindes. Der BEP sieht sprachliche Bildung als Querschnittsaufgabe, die sich durch alle Bereiche des Kita – Alltags zieht.
Unser pädagogischer Auftrag in der Kita ist es, die Sprachentwicklung der Kinder alltagsintegriert, gezielt, individuell und entwicklungsorientiert zu fördern! Ein zentrales Element ist die eigene Sprachvorbildfunktion, welcher wir uns stets bewusst sind. Denn das eigene Sprechen prägt das sprachliche Lernumfeld der Kinder maßgeblich. Daher nutzen wir Fachkräfte eine deutliche, korrekte und kindgerechte Sprache, die zum Nachsprechen und Weiterdenken anregt. Handlungen werden bewusst sprachlich begleitet, Sätze modelliert, Wörter erklärt, Aussagen der Kinder aufgegriffen und ausgebaut. Somit wird in Kooperation mit den Kindern eine natürliche Lerngelegenheit geschaffen, die sprachliche Bildung auch alltagsintegriert vermittelt. Das heißt Sprache wird nicht nur in geplanten Angeboten gefördert, sondern in allen Situationen des Tages: beim Frühstück, beim Anziehen, im Spiel, in Konfliktsituationen, im Garten, bei Projekten usw. Hierbei werden Kinder angeregt, ihre eigenen Sichtweisen mitzuteilen und entsprechend zu verbalisieren.
Ebenso ist es uns wichtig, vielfältige dialogische Interaktionen zu ermöglichen und Zeit und Räume zu schaffen, in denen jedes Kind sprachlich zu Wort kommen kann. Denn in „echten Gesprächen“, also Situationen, in denen die Kinder selbst aktiv werden können, erzählen, Fragen stellen und eigene Gedanken formulieren können, lernen Kinder Sprachbewusstsein und erweitern gleichzeitig ihren Wortschatz und ihre Ausdrucksfähigkeit. (Rollenspielecken, Kinderkonferenzen, Stuhlkreise…)
Zur Sprachbildung gehört außerdem, Literacy – Erfahrungen bewusst zu gestalten. Kinder wird Freude an Geschichten, Symbolen und kulturellen Ausdrucksformen nahegebracht. Wir bieten regelmäßig Anlässe zum Lesen, Erzählen und Schreiben an – etwa durch gemütliche Leseecken, vielfältige Bücher, Reimspiele oder kindliche Schreibexperimente bzw. Literacy-Center. Dies sind zum Beispiel gemeinsam mit den Kindern, ihren Bedürfnissen entsprechend, eingerichtete Ecken wie z.B. eine Schreibwerkstatt, ein Friseursalon, ein Reisebüro, ein Krankenhaus etc.

Darüber hinaus umfasst sprachliche Bildung auch gezielte Fördermaßnahmen, in Kleingruppen, wie zum Beispiel unseren Deutschkurs. Dieser ist insbesondere für Kinder gedacht, die zusätzlichen Unterstützungsbedarf benötigen. Damit dies gut auf die Fähigkeiten des Kindes abgestimmt gelingen kann, ist eine weitere wichtige pädagogische Kernaufgabe unserer Arbeit, die systematische, kontinuierliche Beobachtung und Dokumentation der Sprachentwicklung eines jeden Kindes. Dabei nutzen wir unter anderem Instrumente wie SISMIK, SELDAK, Portfolioarbeit oder Lerngeschichten. Der Sprachstanderhebungsbogen SELDAK richtet sich an Kinder, die mit Deutsch als Erstsprache aufwachsen. Der SISMIK – Bogen hingegen, wird genutzt, um das Sprachverhalten von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache zu beobachten und entsprechend einzuordnen. Die Auswertung der Bögen geben uns wichtige Erkenntnisse, über die Sprachentwicklung des Kindes, auf deren Grundlage wir gezielte Förderimpulse planen und anbieten.
Unsere Ziele der sprachlichen Bildung sind:
Sprechfreude und Motivation der Kinder fördern
- Interesse an Sprache, Ausdrucksmöglichkeiten und Kommunikation wecken
- Kinder ermutigen sich sowohl verbal als auch nonverbal mitzuteilen und Fragen zu stellen
- Vielfältige, positive Spracherfahrungen im Kita – Alltag ermöglichen
Entwicklung von kommunikativen Kompetenzen
- Gemeinsam mit den Kindern Gesprächsregeln erarbeiten (zuhören, ausreden lassen, niemanden auszulachen…)
- Eigene Bedürfnisse, Interessen, Ideen, Wünsche, Emotionen usw. sprachlich auszudrücken
- Dialogfähigkeit trainieren und ausbauen
Alltagsintegrierte Sprachbildung sicherstellen
- Sprache bewusst in allen Bildungsbereichen einsetzen und fördern
- Sprachanregende Umgebungen schaffen und gestalten
- Sprachvorbildfunktion zu sein, während des gesamten Tagesablaufs
Wortschatz ausbauen und erweitern
- Alltagssituationen nutzen, um neue Wörter einzuführen
- Begriffe, Dinge, Verben und Adjektive kennenlernen und durch Lieder, Gespräche, Reime etc. zu wiederholen und zu festigen
- Mehrdeutigkeiten, Gegensätze, Beschreibungen und kleine Arbeitsaufträge verstehen und gegebenenfalls auch umzusetzen
Grammatik und Satzbau erwerben und festigen
- Korrekte Satzstrukturen durch Vorbildsprache modellieren
- Kinder ermutigen mit Sprache zu experimentieren
- Sprachliche Strukturen spielerisch vertiefen
Regelmäßige Sprachstandserhebungen
- Kontinuierliche Beobachtung und Dokumentation der Sprachentwicklung der Kinder und diese mit den Eltern teilen
- Angebote den Bedürfnissen der Kinder entsprechend planen
- Zusätzliche Sprachförderangebote bereitstellen (zB.in Kleingruppen, Vorkurs Deutsch) gegebenenfalls Logopädie im Haus
Partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Familien
- Austausch über die Sprachentwicklung der Kinder, mit gegebenenfalls empfehlenswerten Unterstützungsbedarf und entsprechenden Fördermaßnahmen
- Eltern Hospitationsmöglichkeiten anbieten mit anschließendem Dialoggespräch und Anregungen für alltagsnahe Sprachförderung zuhause