Das Interesse ist groß

Die ersten Ergebnisse sind da und ziehen über 100 Interessierte ins Rathaus Gersthofen.
Im Rahmen des Energienutzungsplans mit dem Schwerpunkt kommunale Wärmeplanung für die Stadt Gersthofen liegen jetzt detaillierte Ergebnisse der Bestands- und Potenzialanalyse vor. Am 27. März 2025 konnten sich die Bürgerinnen und Bürger beim ersten Infoabend dazu informieren.
Erste Phase abgeschlossen
In Zusammenarbeit mit energie schwaben und PwC ist es der Stadt Gersthofen gelungen, nur 15 Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Kommunalen Wärmeplanung die erste Phase abzuschließen. Jetzt liegen belastbare Daten vor, die genau erkennen lassen, wo und wie zurzeit in Gersthofen und Umgebung Wärme erzeugt und verbraucht wird. Die daraus entstandene „Еnergieverbrauchskarte“ ist die Grundlage für die Entwicklung einer zukunftsorientierten Strategie. Die Wärmeplanung soll die Frage beantworten, welche Wärmeversorgungsoption in einem bestimmten Gebiet oder Teilgebiet besonders geeignet ist, um bis 2045 komplett auf erneuerbare Energie umzustellen. Dafür wurden die technischen Potenziale betrachtet. Das schafft Planungssicherheit für die Kommune und alle Bürgerinnen und Bürger.
Planungssicherheit für die Stadt und ihre Bewohner:innen
„Mir war und ist es wichtig, dass alle Bürgerinnen und Bürger und auch unsere Industriepartner genau Bescheid wissen, wo wir stehen und wo wir hinwollen. Deshalb freut es mich besonders, dass heute schon so viele hier ins Rathaus gekommen sind. Das zeigt mir, dass dieses Thema enorm wichtig für uns alle ist.“
Michael Wörle, Erster Bürgermeister der Stadt Gersthofen
Enge Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürger
„Die kommunale Wärmeplanung ist in erster Linie eine Bestandsaufnahme der aktuell genutzten Wärmeerzeugungsformen. Nach Auswertung aller Daten zeigt sich, wo Einsparpotenzial besteht und wie man langfristig auf erneuerbare Energien umstellen kann. Das kann eine netzgebundene oder eine dezentrale Versorgung sein. Die Kommune entscheidet, welche Maßnahmen der Umsetzungsstrategie entsprechend eingeleitet werden. Damit werden den Bürgerinnen und Bürgern Möglichkeiten aufgezeigt, um auf klimaschonende Energie umzustellen. Die Entscheidung dazu bleibt jedoch jeder und jedem selbst überlassen. Gezwungen wird also niemand.“ Und weiter: „Natürlich macht es aber Sinn, diese Möglichkeiten zu nutzen, denn das Thema Klimaschutz ist enorm wichtig. Daher ist es gut, dass sehr früh ein Wärmeplan vorliegt, damit genug Zeit bleibt, entsprechende Maßnahmen planen zu können. All das geschieht in enger Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern.“
Dr. Sylke Schlenker-Wambach, Kommunalkundenberatung energie schwaben
Florian Unger, Prokurist PwC, hat sich für die Wärmeplanung der Stadt Gersthofen einen genauen Überblick verschafft, welche Möglichkeiten in Zukunft bestehen, um erneuerbare Energien zu erzeugen. Zusammengefasst hat er das in seiner Potenzialanalyse: „Gersthofen und seine Umgebung haben ein enormes Potenzial, um erneuerbare Energien zu erzeugen. Was davon ist Stand heute schon möglich? Das sind vor allem die Abwärme der Kläranlagen und der Industrie, Biomasse aus der Region, Wärmespeicher, Geothermie, die Umstellung auf Wasserstoff sowie Photovoltaik. Nutzt man all diese Möglichkeiten, zeigt sich ein enormes Potenzial.“

Freuen sich über die gute Zusammenarbeit (v. l. n. r.): Florian Unger, Prokurist PwC, Thomas Bugert, Energieberater Verbraucherzentrale Bayern e.V, Kristina Albrecht, Projektunterstützung Stadtwerke Gersthofen, Dr. Sylke Schlenker-Wambach, Kommunalkundenberatung energie schwaben und Andreas Remmele, Werkleiter Stadtwerke Gersthofen.
Entscheidungshilfe durch staatliche Förderungen
Klimaschutz bedeutet auch Investition in neue Technik. Der Staat hat einige Förderungen im Angebot, die es attraktiv machen, auf klimaschonende Anlagen umzustellen.
Thomas Bugert, Energieberater Verbraucherzentrale Bayern e.V., stellte zum Schluss der Veranstaltung eine Vielzahl an Fördermöglichkeiten vor. Wer alles ausschöpft, kann bis zu 70 Prozent Fördermittel erhalten. Sein Tipp: Förderungen der Regierung nutzen. Denn je früher Eigentümerinnen und Eigentümer handeln, desto mehr Boni können bezogen werden. Und je neuer und effizienter eine Anlage ist, desto mehr Energiekosten können sofort eingespart werden.
Die Bestands- und Potenzialanalyse ist somit abgeschlossen. Schon im Herbst 2025 soll die kommunale Wärmeplanung für die Stadt Gersthofen vorliegen.