Mit einem besonderen Jubiläum blickt Gersthofen auf ein bedeutendes Kapitel seiner Stadtgeschichte zurück: Seit 100 Jahren sorgen Omnibusse für Mobilität in der Stadt und verbinden Gersthofen mit Augsburg und der Region. Am 1. August 1926 nahm der erste Linienbus seinen Betrieb auf – der Beginn einer Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält.
Gersthofer Zeitung berichtet
Bereits am 31. Juli 1926 berichtete die Gersthofer Zeitung über die feierliche Eröffnung der Gersthofer Autobuslinie. Am darauffolgenden Tag startete um 5.00 Uhr morgens der erste Omnibus seine Fahrt. Die Strecke führte von den Farbwerken über mehrere Haltestellen in Gersthofen bis zum Augsburger Hauptbahnhof und stellte für die Bevölkerung einen entscheidenden Fortschritt in der täglichen Mobilität dar. Der Fahrpreis betrug 5 Pfennig je Fahrkilometer. Damit legte die Gemeinde den Grundstein für einen modernen öffentlichen Nahverkehr.
Technischer Fortschritt
Im Laufe der vergangenen hundert Jahre entwickelte sich der Fuhrpark kontinuierlich weiter. Von den ersten Omnibussen über die markanten Sattelschlepper der 1930er-Jahre, die Gelenkbusse der Nachkriegszeit und die Standardbusse der 1970er- und 1980er-Jahre bis hin zu den heutigen barrierefreien Niederflurbussen spiegeln die Fahrzeuge den technischen Fortschritt und die steigenden Anforderungen an den öffentlichen Nahverkehr wider.
Betriebshof Flotowstraße
Ein wichtiger Meilenstein war auch der Bau des neuen Betriebshofes in der Flotowstraße in den Jahren 1966/67, der bis heute die Heimat des Verkehrsbetriebes ist. Mit der Einführung der ersten Niederflurbusse ab 1993 wurde der Nahverkehr deutlich komfortabler und barriereärmer. Seit 2011 wurde der Fuhrpark erneut umfassend modernisiert und um moderne Linienbusse sowie Mini- und Kleinbusse ergänzt.
Unverzichtbarer Bestandteil
Der öffentliche Personennahverkehr ist heute ein unverzichtbarer Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge und trägt wesentlich zu einer nachhaltigen Mobilität in Gersthofen bei.

Foto: Archiv Stadt Gersthofen

Foto: Jürgen Steinbrecher
Nahverkehr verbindet Menschen
„Der öffentliche Nahverkehr verbindet Menschen, schafft Teilhabe und ist ein wichtiger Baustein für eine lebenswerte Stadt. Das 100-jährige Jubiläum zeigt eindrucksvoll, wie vorausschauend bereits unsere Vorgänger im Jahr 1926 gehandelt haben. Aus einer einzigen Buslinie ist ein modernes Verkehrsangebot in einem starken Verbund geworden, der täglich tausende Fahrgäste zuverlässig an ihr Ziel bringt.
Susanne Olita, Erste Bürgermeisterin
Technische Innovationen
„Die Geschichte des Gersthofer Omnibusverkehrs ist zugleich die Geschichte technischer Innovationen und des großen Engagements vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ob Werkstatt, Fahrdienst oder Verwaltung – Generationen von Beschäftigten haben den Nahverkehr geprägt. Ihnen gilt unser besonderer Dank.“
Bernhard Schinzel, Geschäftsführer Gersthofer Verkehrsgesellschaft
Mobile, stationäre und digitale Ausstellung
Die Gersthofer Verkehrsgesellschaft nimmt das 100-jährige Jubiläum zum Anlass, die Geschichte des Omnibusbetriebs in einer mobilen, stationären und digitalen Ausstellung erlebbar zu machen. Ab dem 10. August 2026 lädt eine mobile Ausstellung in den Gersthofer Bussen zu einer Zeitreise durch 100 Jahre Omnibusbetrieb in Gersthofen ein. Ergänzend dazu werden im Ballonmuseum historische Bildersammlungen, Fahrpläne sowie weitere Exponate bis einschließlich 27. September 2026 ausgestellt. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei. Zudem werden auf der Webseite der Stadt Gersthofen (www.gersthofen.de/100-jahre-busse-gersthofen) Fotografien aus einem Jahrhundert Omnibusgeschichte präsentiert.